Es sind mittlerweile mehr als zweitausend Jahre verflossen, seitdem unter Führung des jungen Cheruskers Arminius, „eines Fürsten Sohn“, im Jahr 9 nach der angenommenen Zeitenwende ein römisches Heer von drei Legionen, drei Abteilungen Reiterei und sechs Auxiliarkohorten samt dem Tross und den Verwaltungsbeamten, das der römische Heerführer und Statthalter in Germanien, Publius Quintilius Varus befehligte, vernichtet wurde.
Der bedeutende römische Schriftsteller C. Tacitus hat in seinen „Annalen“ (Jahrbücher) dem jungen Cherusker ein würdiges Denkmal gesetzt, in dem er schrieb:

„… Ohne Zweifel war er der Befreier
Germaniens … … In den Schlachten
nicht immer erfolgreich,
im gesamten Kriege aber unbesiegt.“

In einer anderen antiken Quelle (Sueton, Augustus, 23) wird berichtet, dass „Augustus derartig bestürzt gewesen sei, dass er monatelang Bart und Haar habe wachsen lassen und zuweilen sein Haupt gegen die Türpfosten gestoßen habe, indem er ausrief:

„Quintili Vare, legiones redde! –
Quintilius Varus, gib die Legionen zurück!“

Die Varus-Schlacht hat den Krieg gegen Rom zwar nicht entschieden, aber den Endkampf eingeleitet. Dadurch ist das germanische Element neben dem romanischen erhalten geblieben, und die germanische Sprache hat, neben der romanischen und anderen, große Teile der Welt erobert.
Viele Wissenschaftler und Hobby-Forscher sind der Frage nachgegangen, wo diese Schlacht stattgefunden hat, wo das Schlachtfeld zu suchen ist. Die aufgestellten Hypothesen über den mutmaßlichen Schlachtort sind inzwischen auf mehr als 700 angewachsen.
Im vorliegenden Werk macht Gerhard Hagemann einen Versuch, kritisch die Ereignisse im breiten Umfeld vor und nach der Varus-Schlacht zu erläutern.